Print-Dokumente waren immer davon geprägt, wie viele Zeichen eine Rubrik, ein Artikel und ein Autor zu Verfügung hatte. Vieles davon hat sich erstaunlicher Weise auch auf E-Zines übertragen. Das hat mehrere Gründe, von abrechnungstechnischen über bewusst gesetzte redaktionelle Schwerpunkte bis hin zu Vorgaben vom Grafiker oder Werbepartnern. Nicht zuletzt sind auch dpa-Meldungen so gehalten, dass sie gut in ein bestimmtes Format passen. Wer sich lieber kurz fasst, kann ja Posts fabrizieren und wer längere Formate produzieren möchte, die abseits des üblichen Produktionsschemas funktionieren, hat es schwer damit, ein Publikum zu erreichen. Das Netz ist also nicht weniger top-down andere Medien. Was sind also die echten inhaltlichen Vorteile von E-Zines?

Fragen von Vertrieb und Sprache(n)

Im Jahr 2020 haben nicht nur Comicverlage zu kämpfen, sondern natürlich das gesamte Printgeschäft. Die Menschen interessieren sich – erst einmal – nur für ein Thema, obwohl man sich für ganz andere Dinge neu interessieren könnte. Das reicht von der Frage wie man Poker spielt über das Sprachenlernen, Hobbys neu entdecken bis zum selber schreiben. Der Online-Markt, als globaler Markt, bevorzugt hierbei bei Veröffentlichungen weltweit vorherrschende Sprachen: Zwar können lokaler und regionaler Journalismus mit Nähe zur Nachbarschaft und/oder Regierungen – in Teilen – Vorteile geltend machen. Das Schöne am Internet bleibt aber eben das Weltweite. Von Musik über Porno bis hin zu Spielen verbreitet sich dort nun einmal am besten, was kaum oder nur wenig Sprache braucht. Will man – jenseits von Informations-Notwendigkeiten – überhaupt etwas mehr lesen, muss schon ein starkes Interesse vorhanden sein – oder ein Verlag oder sonst wer ist relevant genug, Themen zu setzen. Selbst deren Weiterverbreitung über Social Media ist nur ein Echo dieser Prinzipien.

Die Sinn-Frage

Auch im Netz schreiben viele, um Links zu Produkten oder Einladungen zu Events zu erhalten. Man glänzt eher damit, früh Themen aufzunehmen, als selbst welche zu setzen. Wie diese dann präsentiert werden, macht oft den Marktwert von Autoren aus, neben ihren Klickzahlen. Dabei geht ein Vorteil verloren: „Eigentlich“ kann man schreiben was und wie man will.