E-zines und Blogs sind in den letzten Jahrzehnten immer beliebter geworden. Zudem werden Bücher wie einzelne Artikel verstärkt mobil gelesen oder natürlich auch am Rechner. Dennoch halten sich viele Printmagazine, natürlich gerade in Nischen und die von großen Verlagen – oft sind sie beides. Nachteil: Sie sind teurer als Strom. Vorteil: Man kann mit ihnen besser Insekten vertreiben. Oder war da noch mehr?

Magazine von gestern

Es ist nicht überliefert, dass Menschen Online-Magazine sammeln. Ähnlich dem Anhören von Musik gilt auch für das Lesen inzwischen, dass man sich nach Gebrauch dem nächsten Streaming beziehungsweise der nächsten Datei zuwendet. Gerade im Satire- und Musikzeitschriften-Bereich aber auch bei Politblättern wurden früher Hefte oft akribisch gesammelt. Heutzutage, wenn sich eher die Frage stellt, was man neben dem Anschauen eines langweiligen Fußballspiels oder Films noch machen könnte, ist ein Artikel schnell da, aber auch direkt wieder weg. Selbst bei der Frage how to communicate when playing poker oder bei Spielpausen liest man eher nebenbei einen Artikel – und dann hat der seine Schuldigkeit getan. Und will man nachschauen, was wer wo gestern über etwas geschrieben hat, dann öffnet man keine Schranktür, sondern ein neues Fenster. Verloren geht dabei aber oft der zeitliche wie räumliche Kontext: Neben welchem anderen Artikel stand dieser eine wohl und warum? Spielten Erscheinungsdatum und -ort für den Autoren eine Rolle? Oft werden im Digitalen Zusammenhänge rekontextualisiert. Im Print war und ist hingegen klar: Das steht da jetzt so. Und das hat – zumindest für ein paar Wochen – in diesem Rahmen richtig zu sein.

Magazine von heute und morgen

Lokale und lokal geteilte Printartikel haben nach wie vor einen gewissen Stellenwert. Stadt- und Stadtteil-Zeitungen und -Szeneblätter finden ihre Kundschaft ebenso wie die Tageszeitung im Café oder das Wochenblatt im Wartezimmer. Gerade wo nicht mit den Pressemitteilungen der Regierungen und Unternehmen zeitlich Schritt gehalten werden muss, haben auch Originalität und kluge Geschäftsmodelle noch eine Chance. Auch wenn die Möglichkeiten, diese auch an ausreichend Publikum zu bringen, nicht alle haben.